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uch wenn nun Wien nicht mehr eine herausragende
Stellung im Klavierbau einnimmt, als Musikland hat
sich Österreich seinen Weltruf erhalten und Klaviere sind
unverzichtbar zur eigenen Musikgestaltung, zur Ausbildung
bis hin zu den Flügeln auf den Konzertpodien.
Umso verwunderlicher ist es, dass gerade in einem Land, bei
dem so viel Wert auf Tradition gelegt wird, es bis vor nicht
langer Zeit keine Vereinigung von Klaviermachern gegeben
hat. Es ist jetzt gerade einmal 11 Jahr her, dass der KVO –
Klaviermacherverband Österreich – gegründet wurde. Dass
es nach einigen Fehlversuchen endlich gelang, lag in erster
Linie an dem strikten Auswahlverfahren, das der Gründung
zugrunde lag. Die Kandidaten mussten Klaviermachermeister
und in ihrem Umfeld bestens integriert sein. Die Mitgliedsbe-
triebe sollten über das ganze Land verteilt sein und auch un-
terschiedliche Tätigkeitsfelder
im Klavierbau abdecken. Nicht
zuletzt sollte auch die Chemie
unter den handelnden Personen
stimmen. So wurde der KVO
2001 in Wien mit 19 Mitglie-
dern gegründet. Nach einer
zaghaften Erweiterung wurde
2011 entschieden, auch nicht
geprüften Meistern den Zugang
zum KVO zu ermöglichen, so-
dass der Verein nun knapp 40
Klaviermacher umfasst.
Die Mitglieder repräsentieren
jetzt eine ausgewogene Mischung an Verrichtungen, die
einem Klavier zuteil werden können. Hier haben wir Produ-
zenten hochwertigster Flügel und Pianos, dazu Spezialisten
für große Reparaturen und Restauratoren kostbarer histo-
rischer Tasteninstrumente. Da gibt es Geschäftslokale, die
seit Generationen von einer Familie geführt werden, bis zu
kleinen Neugründungen. Den Klavierstimmer, der um den
guten Klang des Klavieres imWohnzimmer ringt, wie welche,
die auf dem Konzertpodium in Zusammenarbeit mit den
berühmtesten Pianisten an letzten kleinen Klangnuancen
feilen. Sie alle treffen sich dann bei KVO-Veranstaltung, um
ihre Erfahrungen auszutauschen. Von Anfang an war es
ein Hauptanliegen, den Gemeinschaftssinn zu fördern. Alle
Mitglieder bleiben untereinander im täglichen Geschäft ja
Konkurrenten, aber das soll mit Respekt und Fairness ge-
schehen. Nicht zuletzt präsentiert sich der KVO nach außen
über das Wirken der einzelnen Mitgliedsbetriebe.
Zu unseren Tagungen laden wir namhafte Firmen zu Fach-
vorträgen ein, eine Möglichkeit für unsere Mitglieder ständig
über neue Produkte auf dem Laufenden zu sein. Aber be-
sonderen Wert legen wir auf Themen abseits der täglichen
Arbeitsroutine. So haben wir
die vier neuen Konzertsäle im
Wiener Musikvereinsgebäude
unter spezieller Führung in
Person des Akustik Designers
der Säle „erhören“ können.
Ein ander Mal wies uns der
wissenschaftliche Leiter der
Stiftung Mozarteum in die
akribische Detektivarbeit zur
Beweisführung zweifelhafter
Kompositionen Mozarts ein.
Große Sorgen machen wir uns
um Ausbildungsmöglichkeiten
für unseren Beruf. Die Struktur der Mitgliedsbetriebe lässt
leider eine qualitätsvolle Lehrausbildung in nur ganz wenigen
Betrieben zu. Wir alle lieben diesen wunderbaren Beruf und
wünschen uns Möglichkeiten, diesen an junge interessierte
Menschen weitervermitteln zu können.
Franz Nistl, Klaviermachermeister, KVO- Präsident
„Hier ist doch gewis das Clavierland“,
schrieb W. A. Mozart einst an seinen Vater.
Vortrag von Herrn Dr. Leisinger, Mozarteum, 2012
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